Bunte Ansichten zum Wettbewerbsergebnis „Hintere Insel“ v. Matthias Kaiser

Auch ich finde wie meine FraktionskollegInnen, der Wettwerb hat ausgezeichnete Entwürfe hervor gebracht.
Mit dem Siegerentwurf gewinnt die Insel städtbaulich an Urbanität, die Struktur der Insel wird planerisch übernommen. Die trennende Wirkung des Hauptbahnhofs wird optimal durch angenehme mediterran anmutende Platzsituationen aufgelöst.
Für die Insel ist diese Planung ein Gewinn und sichert langfristig die Insel als bewohnter Stadtteil. Voraussetzung für die Entwicklung ist, dass dies durch die Stadt gesteuert wird, d.h. es darf nicht in Händen von Investoren als Renditeobjekt (s. Cofely-Gelände) gegeben werden, so dass die entstehenden Wohnungen für NormalbürgerInnen auch erschwinglich bleiben.
Für die BewohnerInnen des zukünftigen Quartiers, als auch den restlichen InselbewohnerInnen, werden jede Menge öffentliche Grünflächen inkl. Bürgerpark zur Verfügung stehen.
Als Mobilitätsbeauftragter fasziniert mich an dem Entwurf, dass zukunftsfähige Mobilitätsplanung hier optimal möglich ist. M.M. nach ist dieses Quartier, ähnlich dem geplanten Münchhofareal, optimal als Auto freies möglich. Die Erledigungen des täglichen Lebens können fußläufig oder mit dem Fahrrad sehr schnell erreicht werden – kulturelle Angebote, Schulen etc. auch. Stadtbushaltestelle, Hauptbahnhof mit Bodensee-S-Bahn-Anschluss, Schiffsanlegestelle sind vor der Tür, so dass von dort Pendler sehr schnell zu ihren Arbeitsstellen in Lindau und der Region kommen. Für alle Fälle steht ein E-Car-Sharing-Angebot zur Verfügung.
Dass sich die PlanerInennen mit zukunftsfähiger Mobiltät beschäftigt haben, zeigt der Standort eines Fahradparkhauses am Gleiskopf des zukünftigen Hauptbahnhofes. Dort optimal im Zentrum eines Platzes situiert, könnte darin zusätzlich eine Mobilitätszentrale/Ticketschalter untergebracht werden.
Die Kritikpunkte der Wettbewerbjury kann ich auch nachvollziehen. Der Uferbereich muss öffentlich bleiben. Im nördlichen Bereich (Schachener Bucht) könnte die Bebauung etwas zurückgenommen werden, damit dort mehr öffntliche Flächen im Uferberich entstehen können. Am bayerischen Eck sollte sich die Achse Seehafen nach Westen fortsetzen, d.h. nicht durch Bebauung gestört werden.
Die Landesgartenschau ist ein Gewinn für die Insel, aber auch für die Gesamtstadt Lindau. Damit kann die für die Entwicklung der Hinteren Insel notwendige Infrastruktur generiert werden. Der Siegerentwurf lässt hier noch einige Lösungen offen. Allerdings bietet der Zweit- und Drittplatzierte, aber auch die restlichen Entwürfe teilweise interessante Lösungsmöglichkeiten, die bei der Realisierung übernommen werden können.

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